Nova Scotia 2026 - Tag 6

Der Morgen begann mit einem vertrauten Geräusch: Regen. Die Wettervorhersage versprach Besserung – allerdings erst morgen. Also beschlossen wir, den Tag entspannt anzugehen und einfach das Beste aus dem nassen Grau zu machen. Da wir ohnehin noch einiges ansehen wollten, verlängerten wir kurzerhand unseren Aufenthalt auf dem Campingplatz, was problemlos ging.

Eigentlich hatten wir für den nächsten Tag eine Walbeobachtungstour ins Auge gefasst. Die Betonung liegt auf eigentlich. Die meisten Anbieter hatten ihre Touren für die kommenden Tage abgesagt – es war halt Wetter…

Unser heutiges Programm sollte uns nach Annapolis Royal führen. Weitere mögliche Ziele wie Bear River oder die Lazy Bear Brewery hatten wir ebenfalls im Hinterkopf. Spoiler: Es blieb beim Hinterkopf.

In Annapolis Royal angekommen, zeigte der Regen, dass er noch lange nicht genug hatte. Also entschieden wir uns für das Naheliegende: das Museum im Fort Anne. Immerhin war der Eintritt dank des „Canada Strong Pass“ weiterhin kostenlos – ein kleiner Lichtblick im ansonsten sehr grauen Tagesverlauf.

Das Museum selbst war überraschend interessant. Besonders die ausführlichen Informationen über die Mi’kmaq, ihre Kultur und ihre Beziehungen zu den europäischen Siedlern waren sehr gut aufbereitet. Trotz des Wetters war es ein lohnender Stopp, und wir verbrachten deutlich mehr Zeit dort, als wir ursprünglich geplant hatten.

Als wir wieder draußen standen, regnete es immer noch. Natürlich. Also füllten wir kurz unsere Vorräte auf – man weiß ja nie, wann man wieder irgendwo feststeckt. Danach ließ der Regen tatsächlich etwas nach, und wir nutzten die Gelegenheit, um uns zumindest kurz den Außenbereich der Festung anzusehen. Es war zwar nass, aber die Anlage selbst war beeindruckend und bot einen guten Eindruck von der historischen Bedeutung des Ortes.

Kurz darauf wurde der Regen wieder stärker, als hätte er gemerkt, dass wir uns zu sehr entspannten. Bear River strichen wir daher endgültig von der Liste, und die Lazy Bear Brewery hatte am Montag ohnehin geschlossen. Also steuerten wir den Campingplatz an und machten es uns dort gemütlich. Aber zumindest bei der Durchfahrt haben wir noch etwas von Annapolis Royal gesehen…

Zum Abendessen gab es etwas Selbstgekochtes im Wohnmobil, und später ließen wir den Tag mit einem Film ausklingen. Draußen prasselte der Regen weiter gegen die Fenster, aber drinnen war es warm, trocken und gemütlich. Erst am späten Abend hörte der Regen auf und es waren sogar einige Sterne zu sehen.

Ein ruhiger, nasser, aber dennoch schöner Tag – und morgen sollte es ja besser werden. Hoffentlich.