Heute wollten wir ganz nach Süden. Als wir morgens aus dem Camper schauten, begrüßte uns noch strahlender Sonnenschein. Die Bedingungen hätten kaum besser sein können, also machten wir uns nach dem Frühstück auf den Weg nach Cape Sable Island, der südlichsten Ecke von Nova Scotia.
Unser erster kurzer Halt war der Drinking Brook Park, wo wir ein paar Fotos machten und die morgendliche Ruhe genossen.
Danach ging es weiter zum South Side Beach. Der breite Sandstrand präsentierte sich von seiner schönsten Seite. Während wir am Wasser entlangspazierten und die frische Meeresluft genossen, entdeckten wir sogar einen Seelöwen. Solche Begegnungen machen einen Strandspaziergang gleich noch ein wenig besonderer.
Langsam zogen jedoch Wolken auf. Der Wetterbericht versprach zwar einen trockenen Tag, aber der blaue Himmel wurde zunehmend von einer grauen Wolkendecke verdrängt.
Nach einiger Zeit fuhren wir weiter zum nächsten Strand, dem Hawk Beach. Auf der Fahrt dorthin sahen wir einen Baum, wir wussen gar nicht, dass in Nova Scotia die Bojen für die Fischernetze und Hummerkästen auf Bäumen wachsen…
Auch hier führte uns der erste Weg natürlich ans Wasser. Wir machten einige Fotos und ließen uns anschließend auf den typischen kanadischen Muskoka Chairs nieder, die in den Dünen aufgestellt waren. Von dort konnten wir einfach aufs Meer schauen und eine Weile die Seele baumeln lassen.
Irgendwann meldete sich dann doch der Hunger. Am Hawk Veterans Memorial holten wir unsere etwas verspätete Mittagspause nach und genossen die ruhige Atmosphäre.
Für den Rückweg entschieden wir uns bewusst gegen die schnellste Strecke. Stattdessen folgten wir weitgehend dem Lighthouse Trail, der immer wieder schöne Ausblicke auf die Küste bietet und deutlich besser zu einem entspannten Urlaubstag passt als die Schnellstraße.
In Barrington legten wir noch einen kurzen Stopp am Wollmühlenmuseum ein. Leider kamen wir zu spät, das Museum hatte bereits geschlossen.
Also ging es weiter zum Baccaro Point. Dort schauten wir uns den Leuchtturm an, der malerisch an der Küste steht. Direkt daneben befindet sich allerdings eine moderne Küstenradarstation. So nützlich sie auch sein mag, optisch wirkt sie zwischen Meer, Felsen und Leuchtturm ein wenig wie ein Besucher aus einer anderen Welt.
Auf dem Rückweg haben wir dann noch einen Zaun entdeckt, offenbar werden die Bojen nach der Ernte von den Bäumen an Zäunen zum Nachreifen aufgehängt…
Zurück auf dem Campingplatz erwartete uns die nächste Herausforderung des Tages. Heute waren wir die einzigen Gäste auf dem Platz. Gestern waren die Stellplätze für Wohnmobile noch fast vollständig belegt gewesen, jetzt herrschte eine fast schon gespenstische Ruhe. Diese Ruhe wussten allerdings vor allem die Mücken zu schätzen.
Kaum waren wir ausgestiegen, eröffneten sie ihren Angriff auf die neuen Opfer. Kurz darauf begann es jedoch zu regnen. Der Regen vertrieb die Mücken zwar zuverlässig, sorgte allerdings auch dafür, dass wir den Rest des Nachmittags nicht mehr draußen verbringen konnten.
So endete ein ruhiger Tag am südlichsten Punkt Nova Scotias mit grauen Wolken, Regentropfen auf dem Camperdach und der Erkenntnis, dass die Natur manchmal ihre ganz eigene Art hat, Probleme zu lösen: Erst kommen die Mücken. Dann kommt der Regen. Am Ende verlieren irgendwie alle.











































