Nach einem entspannten Frühstück machten wir uns erneut auf den Weg in den Kejimkujik Nationalpark. Unser erstes Ziel war der Parkplatz bei Mill Falls, von dem aus mehrere kurze Wanderungen starten. Zunächst schauten wir uns die kleinen Wasserfälle an, die sich dort über Felsen und Wurzeln ihren Weg bahnen. Kein spektakulärer Wasserfall, aber ein schöner, ruhiger Ort, an dem man gut ankommen kann.
Anschließend überquerten wir eine Brücke über den Mersey River und liefen eine kleine Schleife des Ukme’k Trail. Insgesamt waren es etwa drei Kilometer, die sich angenehm durch den Wald zogen. Unterwegs begegneten uns zahlreiche kleine Hörnchen, die geschäftig über den Boden huschten oder sich lautstark über unsere Anwesenheit beschwerten. Größere Tiere ließen sich dagegen nicht blicken.
Dafür gab es Pilze in allen Farben und Formen. Manche leuchteten regelrecht aus dem Unterholz, andere wirkten wie kleine Skulpturen. Immer wieder boten sich schöne Blicke auf den Fluss und in den dichten Wald, der hier stellenweise fast wie ein Urwald wirkt.
Zurück an der Brücke entschieden wir spontan, noch einmal beim Visitor Centre vorbeizuschauen, das nicht weit entfernt lag. Danach ging es zurück zum Wohnmobil. Insgesamt kamen wir auf gute vier Kilometer — eine angenehme Vormittagsrunde.
Für das Mittagspicknick hatten wir uns den Merrymakedge Beach ausgesucht, und das erwies sich als hervorragende Wahl. Der Strand war fast menschenleer, und wir fanden einen Tisch direkt am Wasser mit Blick auf den großen See. Dort breiteten wir unsere Sachen aus und genossen die Ruhe. Nur ein paar vereinzelte Stimmen und das leise Plätschern am Ufer waren zu hören.
Nach dem Essen machten wir uns langsam wieder auf den Weg Richtung Campground, wollten aber vorher noch den Rogers Brook Trail gehen. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem Aussichtsturm vorbei. Die obere Plattform hätte eigentlich einen schönen Blick über den See bieten sollen, aber die Bäume waren inzwischen so stark gewachsen, dass der See nur noch zu erahnen war.
Der Rogers Brook Trail gilt als guter Ort, um Schildkröten, Biber, Vögel und Frösche zu beobachten. Heute allerdings: Fehlanzeige. Kein Tier weit und breit. Dafür führte der Weg durch einen verwunschenen Märchenwald, der den fehlenden Wildlife-Faktor problemlos wettmachte. Moosbewachsene Stämme, schmale Holzstege, kleine Lichtungen — ein Weg, der weniger wegen seiner Tiere, sondern wegen seiner Atmosphäre in Erinnerung bleibt. Für uns war es der Höhepunkt des Tages.
Nach ungefähr einem Kilometer standen wir wieder am Wohnmobil. Auf dem Rückweg zum Campground nahmen wir noch zwei Bündel Holz mit — das Wetter war gut, und wir wollten den Abend draußen verbringen. Am Platz entfachten wir das Feuer relativ früh und verbrachten einen langen, gemütlichen Abend davor. Die Flammen knisterten, der Rauch stieg ruhig in den Himmel, und der Tag klang so aus, wie ein Tag im Keji ausklingen sollte: warm, ruhig und draußen.







































