Der Morgen begann grau. Während leichter Regen auf das Wohnmobil prasselte, machten wir uns bereit für die Weiterfahrt. Bevor wir den Kejimkujik Nationalpark endgültig verließen, hielten wir noch kurz am Eingang, um die charakteristischen roten Parks‑Canada‑Stühle zu fotografieren. Ein kleines Ritual, das irgendwie dazugehört.
Dann ging es wieder Richtung Annapolis Royal, um auf die 101 zu kommen. Wir fuhren noch einmal an Digby vorbei und erinnerten uns an das überraschend schöne Wochenende dort — das Biker‑Treffen, der Digby Neck, die Fähren, die kleinen Orte. Inzwischen hatte der Regen fast vollständig aufgehört.
Kurz darauf entdeckten wir einen Hinweis auf den Leuchtturm von Gilbert’s Cove. Spontan bogen wir ab. Der kleine Leuchtturm liegt direkt am Wasser, mit einer charmanten Ausstellung über das Leben der Leuchtturmwärter. Im Andenkenshop fand Nele eine Schürze, die natürlich mit musste. Ein ungeplanter Stopp, der sich sofort richtig anfühlte — und einer der Höhepunkte des Tages.
Zurück auf der Hauptstraße fuhren wir weiter zu den Kirchen der Akadier, die entlang der Route liegen. Die erste war die Église Saint‑Bernard, eine der großen katholischen Kirchen der akadischen Gemeinden. Anders als viele andere Kirchen, die aus Holz gebaut sind, besteht Saint‑Bernard aus Granit. Die Steine wurden damals mit Ochsenkarren von der Eisenbahn zur Baustelle gebracht — eine Vorstellung, die den Bau plötzlich sehr greifbar macht. Leider war die Kirche wegen Renovierungsarbeiten geschlossen, aber ein paar Außenfotos waren möglich.
Weiter ging es zur Église Sainte‑Marie, der Hauptkirche der Akadier in dieser Region. Auch sie ist derzeit nicht zugänglich und soll renoviert werden. Nach einem Blick auf die Fassade ist klar: Das ist dringend nötig. Trotzdem ist der Bau beeindruckend und vermittelt gut, welche Bedeutung diese Kirche einmal hatte.
Ganz in der Nähe liegt der kleine Leuchtturm Le Phare de la Pointe, den wir für unsere Mittagspause ansteuerten. Ein ruhiger Ort, mit Blick auf das Wasser. Nach dem Essen machten wir noch einen kurzen Spaziergang zum Strand, bevor wir weiterfuhren.
Die nächste Kirche war die Église Sacré‑Coeur, die im Gegensatz zu den vorherigen geöffnet war. Innen besticht sie durch zahlreiche farbige Fenster, die den Raum in ein warmes Licht tauchen. Ein schöner Kontrast zu den geschlossenen Kirchen zuvor.
Auf der Weiterfahrt entdeckten wir eine kleine Werft und hielten spontan an. Von der anderen Flussseite konnten wir gut sehen, wie mehrere Fischerboote zur Reparatur dort lagen. Ein kurzer, aber interessanter Blick in den Alltag der Region.
Zum Abschluss der „Kirchenrunde“ fuhren wir zur Église Saint‑Alphonse, einer typischen akadischen Holzkirche. Besonders sehenswert ist der Altarbereich, der trotz seiner Schlichtheit viel Atmosphäre hat. Danach war unsere kleine Tour durch die Kirchen der Akadier für heute beendet — und inzwischen war auch die Sonne herausgekommen.
Wir fuhren weiter zum Campingplatz in der Umgebung von Yarmouth, checkten ein und machten uns anschließend noch einmal auf den Weg, um einige Vorräte zu ergänzen. Zurück am Platz gab es Abendessen und später ein Lagerfeuer. Wir saßen lange draußen, schauten in die Sterne und ließen den Tag ruhig ausklingen.































