Der Morgen begann noch in Digby, wo wir zunächst ein paar praktische Dinge erledigten. Unsere Vorräte wurden ergänzt, Getränke und Wasser aufgefüllt und Harvey bekam eine frische Tankfüllung. Außerdem kauften wir bei Carla’s Takeout, einem Fischladen für Einheimische, noch tiefgekühlten Fisch und Scallops. Gut versorgt machten wir uns anschließend auf den Weg.
Unser erster Stopp war Bear River, ein kleiner Ort, der sich selbst gern als Künstlerdorf bezeichnet. Wir parkten Harvey direkt an der Brücke über den Bear River und erkundeten den Ort zu Fuß. Besonders auffällig sind die vielen Häuser, die auf Stelzen gebaut sind. Der Tidenhub der Bay of Fundy beträgt hier immer noch bis zu sieben Meter, und die Gebäude müssen sich entsprechend anpassen. Der Ort wirkte ruhig, freundlich und ein wenig zeitlos. Ein schöner Spaziergang und definitiv einer der Höhepunkte des Tages.
Danach ging es weiter über kleine Dörfer und Nebenstraßen in Richtung Kejimkujik National Park. Die Reservierung für den Campingplatz hatten wir bereits am Vorabend vorgenommen, also konnten wir entspannt anreisen. Am Parkeingang begrüßte uns ein ausgesprochen gut gelaunter Ranger, der sofort für gute Stimmung sorgte.
Im Visitor Centre schauten wir uns die Ausstellung über Geschichte, Fauna und Flora des Parks an. Außerdem gab es einen kleinen Shop, aus dem wir nicht ganz ohne Andenken herauskamen: je ein T‑Shirt für Nele und mich sowie eine Jacke für mich. Wenn man schon einmal da ist.
Auf dem Weg zum Campingplatz lagen mehrere Aussichtspunkte, die wir natürlich mitnahmen. Von dort hatten wir sehr schöne Blicke auf den Mersey River, der sich ruhig durch den Park schlängelt. Ein erster Eindruck von der Atmosphäre des Keji: viel Wald, viel Wasser, viel Ruhe.
Am Campground angekommen, checkten wir ein und nahmen zwei Bündel Feuerholz mit. Auf unserem Platz stellten wir Harvey ab, richteten die Stühle an der Feuerstelle aus und holten den Gasgrill aus dem Kofferraum. Am Abend sollte es Steaks und Maiskolben geben — die Maiskolben hatten wir noch von Spurr Brothers dabei.
Das Feuer ließ sich gut entzünden und brannte schön. Nele bereitete einen Salat zu, während ich den Grill startklar machte. Erst kamen die Maiskolben auf den Rost, dann die Steaks. Gegessen haben wir draußen, mit Blick auf das Feuer und die langsam einsetzende Abenddämmerung. Später saßen wir noch lange am Feuer und konnten viele Sterne sehen. Ein perfekter Abschluss des Tages und der zweite Höhepunkt.
Ein ruhiger, schöner Tag, der sich langsam aufgebaut hat: erst ein Künstlerdorf, dann Wald und Wasser, und am Ende ein Campfire unter einem klaren Himmel.



























