Nach einer ruhigen Nacht in Truro stand an diesem Morgen vor allem eines auf dem Programm: Kilometer machen. Unser Ziel war Inverness an der Westküste von Cape Breton Island. Also folgten wir zunächst dem Trans-Canada Highway Richtung Osten.
Die Fahrt verlief entspannt und ohne größere Zwischenstopps bis nach Antigonish. Dort legten wir bei Tim Hortons eine kleine Mittagspause ein. Anschließend nutzten wir die Gelegenheit, uns noch die Saint Ninian Cathedral anzusehen. Die imposante Kirche zählt zu den bekanntesten Bauwerken der Stadt und beeindruckte uns mit ihrer Architektur ebenso wie mit ihrer ruhigen Atmosphäre.
Von dort ging es durch das Gelände der St. Francis Xavier University zurück auf den Highway. Wenig später näherten wir uns einem Ort, auf den wir uns schon gefreut hatten: dem Übergang nach Cape Breton Island.
Über den Canso Causeway, den Damm mit seiner Drehbrücke, erreichten wir die Insel. Eigentlich ist Cape Breton zwar durch den Kanal vom Festland getrennt, durch den Causeway fühlt sich die Überfahrt dennoch ein wenig wie eine symbolische Ankunft an. Hinter uns lag das Festland von Nova Scotia, vor uns warteten die Landschaften, von denen so viele Reisende schwärmen.
Kurz nach der Brücke entdeckten wir einen Andenkenshop mit schönem Blick auf den Causeway. Eigentlich wollten wir nur kurz für ein Foto anhalten. Doch wie das bei solchen Souvenirgeschäften manchmal ist: Aus dem Blick von außen wurde ein kurzer Rundgang im Inneren. Am Ende verließ ich den Laden nicht nur mit einem Foto, sondern auch mit einem neuen T-Shirt.
Danach fuhren wir quer durch den südlichen Teil von Cape Breton weiter Richtung Inverness. Die Landschaft blieb ländlich, die Straßen waren ohne starken Verkehr und das Meer rückte langsam wieder näher.
Am Campingplatz erwartete uns schließlich ein echter Glücksgriff. Der am Abend vorher gebuchte Stellplatz hatte freiem Blick auf den Golf von Sankt Lorenz. Solche Plätze sind genau die Momente, in denen man sich freut, rechtzeitig angekommen zu sein.
Natürlich zog es uns nach dem Einrichten sofort an den Strand. Ein Spaziergang am Wasser gehörte praktisch zum Pflichtprogramm. Die Küste präsentierte sich von ihrer eindrucksvollen Seite: kräftiger Wind, hohe Wellen und ein weiter Blick über das Meer. Es war einer dieser Orte, an denen man einfach stehen bleibt und eine Weile hinausblickt.
Auf dem Rückweg führte unser Weg über Teile des benachbarten Golfplatzes zurück zum Campingplatz. Die gepflegten Fairways, das Meer im Hintergrund und das warme Licht des Nachmittags sorgten für eine besonders schöne Atmosphäre.
Nach dem Abendessen konnten wir endlich wieder ein Lagerfeuer anzünden. Während die Flammen langsam höher wurden, ließ der Wind etwas nach, und wir saßen noch lange draußen. Das Knistern des Feuers, der Blick aufs Meer und die ersten Stunden auf Cape Breton bildeten einen gelungenen Abschluss des Tages.
So endete ein eher unspektakulärer Fahrtag, der sich am Ende doch als einer der besonders schönen erwies. Manchmal braucht es keine großen Attraktionen, sondern nur einen guten Stellplatz, das Meer vor der Tür und ein Lagerfeuer unter freiem Himmel.

















